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Windenergie-Ausbau in Deutschland Marke von 2.000 Megawatt überschritten

Der Ausbau der Windenergie in Deutschland ist nach vorläufigen Daten des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur von Januar bis Oktober 2022 zwar immer noch verhalten verlaufen, zeigt im Vergleich zum Vorjahr aber eine deutliche Zunahme der installierten Leistung von knapp 32 Prozent.
Insgesamt sind 443 Windenergieanlagen (Vorjahreszeitraum: 397 Anlagen) mit einer Bruttoleistung von 2.031 Megawatt (MW) neu in Betrieb gegangen (Jan-Okt 2021: 1.543 MW), davon allein 417 Windkraftanlagen mit einer Bruttoleistung von 1.797 MW an Land. Weitere 26 Turbinen mit einer Leistung von 234 MW wurden offshore errichtet.

Nach Abzug von 162 rückgebauten Anlagen mit einer Leistung von ca. 198 MW ergibt sich ein Netto-Zubau von 281 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 1.833 MW (Vorjahreszeitraum: 156 Turbinen, 1.294 MW). Auch der Bruttozubau in 2022 liegt also bisher rund 30 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Schleswig-Holstein mit Abstand auf Platz 1

Im bundesweiten Vergleich belegt Schleswig-Holstein mit einem Brutto-Zubau von 397 MW (101 Windkraftanlagen) den ersten Platz im Bundesländer-Ranking. Dahinter folgen dicht aufeinander Niedersachsen mit 345 MW (73 Anlagen), Brandenburg mit 334 MW (73 Anlagen) und Nordrhein-Westfalen mit 324 MW (77 Anlagen).

Erst mit großem Abstand folgen Sachsen-Anhalt mit 93 MW (23 Anlagen), Thüringen mit 86 MW (19 Anlagen) und Rheinland-Pfalz mit 57 MW (14 Anlagen). Auf den hinteren Plätzen liegen Mecklenburg-Vorpommern (40 MW, 10 Anlagen), Hessen (39 MW, 8 Anlagen) und Sachsen (30 MW, 6 Anlagen). Die Schlusslichter Bayern und Baden-Württemberg rangieren mit einer Leistung von jeweils 21 MW und 5 Turbinen gleichauf vor dem Saarland als Flächen-Bundesland mit dem geringsten Zubau (12 MW, 3 Anlagen).

Wie schon in den letzten Jahren gab es beim Zubau von Windenergieanlagen wieder ein Nord-Süd-Gefälle. Etwa 70 Prozent (1.400 MW) des erzeugungsrelevanten Zubaus der Windkraft an Land wurde in den nördlichen Flächenstaaten Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen realisiert. In den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg wurden in diesem Jahr bisher keine neuen Windenergieanlagen errichtet.

Weitere Beschleunigung des Zubaus erforderlich

Nach einer Auswertung der Zubaudaten durch den IWR zeigen die aktuellen Zahlen - gestützt durch den wieder anlaufenden Ausbau der Offshore-Windenergie - eine Belebung des Windmarkts im Vergleich zu 2021.
Doch das erkennbare deutliche Wachstum ist im Hinblick auf die Klimaziele der Bundesregierung noch weit von der notwendigen Dynamik entfernt. Die Bundesregierung will bis 2030 die Windenergie an Land auf eine Leistung von rund 115.000 MW und die Offshore Windenergie auf mindestens 30.000 MW ausbauen. Dafür müsste jedoch gemäß dem EEG 2023 der jährliche Zubau in den kommenden Jahren auf 10 GW erhöht werden.

Quellen: IWR, WWEA, BnetzA, BMWE