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"In unserer Zielregion Sachsen-Anhalt und südliches Brandenburg besteht noch ausreichend Wachstumspotenzial." Interview mit Christof Schmieg und Thomas Benz, Geschäftsführer der ASG SolarInvest GmbH

Die ASG Versum-Gruppe mit Sitz in Köthen entwickelt, realisiert, betreibt und verwaltet Photovoltaikanlagen und vermarktet die erzeugte Energie. Zu der Unternehmensgruppe gehört die ASG SolarInvest GmbH, die aktuell ihre Debütanleihe mit einem Volumen von bis zu 10 Mio. Euro emittiert.

Umweltfinanz: Sehr geehrter Herr Schmieg, sehr geehrter Herr Benz, erzählen Sie uns bitte etwas über den Aufbau und den Hintergrund der ASG Versum-Gruppe!

Christof Schmieg: Die Emittentin ASG SolarInvest GmbH ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Photovoltaik-Full-Service-Spezialistin ASG Versum AG. Innerhalb der ASG Versum-Gruppe hat sie die Rolle der finanzierenden Holding und stellt das Kapital für die Entwicklung und Errichtung unserer Photovoltaik-Projekte zur Verfügung. Die ASG Versum AG hat ihre Wurzeln in der organisatorisch und juristisch getrennten ASG Engineering GmbH, die bereits seit 2007 Dach- und Freiflächen-PV-Anlagen errichtet und in Sachsen-Anhalt stark regional verwurzelt ist. Die ASG Engineering hat Projekte mit einer Gesamtleistung von 100 Megawatt realisiert und hält aktuell 80 Megawatt im Eigenbestand.

Umweltfinanz: Welchen Background haben die handelnden Personen der ASG-Gruppe?

Christof Schmieg: Vorstand, Management und Aufsichtsrat der ASG Versum AG verfügen über langjährige Erfahrung in der Akquise, Planung und Entwicklung sowie in der Betriebsführung von Photovoltaik-Projekten. Außerdem bringen wir durch unseren beruflichen Hintergrund viel Erfahrung mit in den Bereichen Organisations- und Geschäftsentwicklung und nicht zuletzt in der Finanzierung von Regenerative-Energien-Projekten. Diese breite Expertise und unser gewachsenes Netzwerk kommen der ASG Versum-Gruppe inklusive der Emittentin ASG SolarInvest GmbH zugute.

Umweltfinanz: Wer sind die Gesellschafter der Unternehmensgruppe, und wie finanziert die Gruppe sich bisher?

Thomas Benz: Die Gesellschaftsanteile der Emittentin werden zu 100 % von der ASG Versum AG gehalten, deren Anteile sowohl aus Stammaktien als auch aus Vorzugsaktien bestehen. Letzten Endes sind die Gesellschafter der ASG Versum AG mehrere Privatpersonen und Familien, die nicht nur teilweise in leitender Funktion tätig sind, sondern sich auch bereits seit 2007 und länger dem Ausbau der Erneuerbaren Energien verschrieben haben.

Christof Schmieg: Die Finanzierung der ASG Versum-Gruppe basiert bisher im Wesentlichen auf Eigenkapital und Gesellschafterdarlehen.

Umweltfinanz: Sie betonen Ihre regionale Verwurzelung. Erzählen Sie uns bitte mehr darüber!

Christof Schmieg: Wir möchten als Unternehmen aus der Region für die Region als Ansprechpartner auf Augenhöhe dienen. Wir legen großen Wert auf schnelle Reaktionszeiten und eine persönliche Ansprache. Dabei setzen wir auf unsere umfassende Erfahrung sowie auf kompetente Vertriebsmitarbeiter vor Ort. So können wir Produkte und Ausführungen in hoher Qualität liefern, was uns in der Vergangenheit viele Empfehlungen gebracht hat und unsere Marktposition stärkt. Es besteht bereits eine Kooperation mit dem Landesbauernverband Sachsen-Anhalt für eine aktive Empfehlung von Flächen für unsere PV-Anlagen.

Thomas Benz: Ab dem 1. Januar 2024 wollen wir außerdem einen Bürgerstromtarif einführen, bei dem wir mit dem Energieversorger Köthen Energie GmbH kooperieren. Getreu unserem Motto „aus der Region für die Region“ war und ist es uns wichtig, dass auch die Bürger von der in ihrer Region produzierten, erneuerbaren Energie profitieren können. Deshalb freuen wir uns, dass die Anrainer unserer Photovoltaikprojekte schon bald ein preislich attraktives, stabiles sowie regional erzeugtes Produkt beziehen können!

Umweltfinanz: Sehen Sie diese regionale Verwurzelung als Wettbewerbsvorteil?

Christof Schmieg: Ja, unsere Projektakquise wird wesentlich begünstigt durch unsere exzellenten persönlichen Netzwerke und Empfehlungen von Flächenverpächtern bereits realisierter Projekte. Zusätzlich heben wir uns durch die zahlreichen Referenzen der Gruppe in der professionellen Entwicklung und Umsetzung von Photovoltaik-Projekten bis zum Anlagenbetrieb ab. Außerdem können sich Eigentümer auf einen partnerschaftlichen Umgang und auf einen langfristigen festen Ansprechpartner verlassen, da das Konzept der ASG Versum-Gruppe auf einen langfristigen Eigenbestand abzielt.

Umweltfinanz: Welchem Zweck dient die Anleihe "SolarInvest 2023/2028"?

Christof Schmieg: Zweck der Anleihe ist insbesondere die Zwischenfinanzierung von Projektentwicklungskosten, beispielsweise für Projekterwerb, Personal, Grundstücke oder Nutzungsrechte, Planungskosten, Komponenten, Gutachten, Genehmigungen und Steuern. Die Tochtergesellschaften der ASG SolarInvest besitzen aktuell Rechte für mehr als 20 Projekte im südlichen Brandenburg und in Sachsen-Anhalt. Die Projekte befinden sich in verschiedenen Entwicklungsphasen: Bei 15 Projekten ist die Flächensicherung bereits abgeschlossen und bei einem Projekt planen wir bereits im zweiten Halbjahr 2024 den Baustart.

Umweltfinanz: Wie groß ist das Volumen der Projektrechte, und um welche Projekte handelt es sich dabei konkret?

Thomas Benz: Den Rechten für diese 15 Projekte mit abgeschlossener Flächensicherung und teilweise bereits mit Aufstellungsbeschluss messen wir aktuell einen Wert von rund 22 Mio. Euro bei. Wir reden dabei von einer geplanten installierten Kapazität von ca. 524 Megawatt. Konkret geht es um ein 70-Megawatt- und ein 12-Megawatt-Projekt im Landkreis Elbe-Elster, ein 23-Megawatt-Projekt im Landkreis Harz, zwei Projekte mit zusammen 74 Megawatt im Landkreis Prignitz sowie um weitere Projekte aus der Pipeline der ASG Versum-Gruppe.

Umweltfinanz: Welche langfristige Unternehmensstrategie hat die ASG Versum-Gruppe?

Thomas Benz: Die Strategie der ASG Versum-Gruppe sieht vor, organisch zu wachsen und dabei das Leistungsangebot sukzessive auszuweiten, um die gesamte Wertschöpfungskette abzudecken. Durch unser breit aufgestelltes Team können wir in den Projekten die entscheidenden Schlüsselpositionen besetzen und dadurch eine hohe Planungs- und Fertigungstiefe erreichen. Gleichzeitig wird damit auch eine kosteneffiziente, planbare und qualitativ hochwertige Projektumsetzung gewährleistet. Unser Ziel ist es dabei, möglichst den größten Teil der entwickelten Projekte im eigenen Bestand zu halten.

Christof Schmieg: In einer börsennotierten Anleihe sehen wir ein attraktives Finanzierungsinstrument, mit dem wir uns dauerhaft am Kapitalmarkt etablieren möchten. In unserer Zielregion Sachsen-Anhalt und südliches Brandenburg besteht schließlich noch ausreichend Wachstumspotenzial. Bis 2033 wollen wir rund 4 Gigawatt im Betrieb haben und einen umfassenden Eigenbestand aufbauen, um uns langfristig abzusichern. Deshalb wollen wir möglichst viele Projekte selbst oder mit langfristigen Co-Investoren halten. Die daraus planbar zufließenden Einnahmen decken laufende Kosten und dienen als Investivmittel für neue Projekte sowie den Unternehmensausbau.

Umweltfinanz: Herzlichen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben!

 

Dezember 2023

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