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Große Energieeinsparpotentiale durch LED-Beleuchtung Studie des IREES und Fraunhofer ISI bestätigt große Effizienzpotentiale durch Umrüstung auf moderne Beleuchtung und empfiehlt Mietmodell

In Deutschland beträgt der jährliche Stromverbrauch durch Beleuchtung 206 Terawattstunden, was einem Anteil von 7 % am gesamten Energieverbrauch entspricht. Rund 63 % davon entfallen auf Beleuchtungssysteme in den Sektoren Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen.

Das Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien (IREES) und das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI) haben in einer gemeinsamen Studie untersucht, wie durch den Einsatz effizienterer Beleuchtungssysteme Kosten eingespart werden können und welche Hemmnisse es bei der Umrüstung gibt. Die im März 2019 veröffentlichten Ergebnisse zeigen hochrentable Energieeinsparpotentiale in den Unternehmen auf, vor allem durch den Einsatz der LED-Technologie, die alle anderen Beleuchtungsquellen hinsichtlich ihrer Energieeffizienz innerhalb von zehn Jahren überholt hat. 

Neben der Kostenersparnis lassen sich durch Lichtmanagement und intelligente Beleuchtungssysteme in den Unternehmen zusätzlich Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und Steigerung der Produktivität erreichen. So kann beispielsweise durch Systeme mit dynamischem Licht, die den täglichen Biorhythmus unterstützen, der Komfort für die Mitarbeiter gesteigert werden. Weitere Anwendungsfelder sind die automatische Lichtsteuerung im Produktionsbereich, Präsenz- und Bewegungsmelder in Büros sowie die optische Datenübertragung.

Hohe Investitionskosten entscheidendes Hemmnis für die Umrüstung

Trotz ökologischer und wirtschaftlicher Vorteile sowie vergleichsweise einfacher Umsetzbarkeit der Maßnahmen ist die Umrüstungsquote aber eher gering: Laut der Studie haben bislang nur 15 % der befragten Unternehmen mehr als drei Viertel ihrer Beleuchtung auf LED-Technologie umgerüstet. Als Hauptgründe für die geringe Quote nannten die Unternehmen hohe Investitionskosten sowie eine schrittweise Umrüstung. Für mehr als ein Drittel der Unternehmen ist mangelnde Wirtschaftlichkeit ein entscheidendes Hemmnis: Für Energieeffizienz-Investitionen erwarten Unternehmen i.d.R. eine Amortisationsdauer von unter 3 Jahren. In der Vergangenheit wurde daher versucht, die Wirtschaftlichkeit durch Zuschüsse zu verbessern. Das sei laut der Studie aber nicht der richtige Ansatz, da so eigentlich hochrentable Technologie subventioniert werde, die nur aufgrund unternehmensinterner Anforderungen an die Amortisationszeit nicht eingesetzt werde.

Mietmodell als empfohlene Lösung

Sofern keine eigenen Investitionen getätigt werden sollen, empfehlen die Autorinnen und Autoren der Studie für die Erneuerung der Beleuchtung vor allem das Mietmodell, denn dabei haben die Energiesparmaßnahmen keine Auswirkung auf die Bilanz. Stattdessen zahlen die Unternehmen für die gemietete LED-Beleuchtung eine monatliche Gebühr, die auch Planung, Wartung und Reparatur abdeckt. Durch die Energieeinsparungen lassen sich trotz der anfallenden Miete Kosten erheblich reduzieren, wodurch das Unternehmen von Anfang an spart. Zudem ist die Laufzeit der Verträge flexibel, bei vorzeitiger Kündigung gehen die eingebauten Beleuchtungssysteme zurück an den Vermieter. Dieser hat also auch ein großes Eigeninteresse daran, qualitativ hochwertige und langlebige Technologie zu verbauen.

Fazit

Von einer Umrüstung der Beleuchtungstechnik auf moderne LED‑Technologie profitieren Umwelt, Unternehmen und Mitarbeiter: Optimales Licht fördert die Arbeitssicherheit und verbessert die Arbeitsbedingungen, der geringere Stromverbrauch senkt die Beleuchtungskosten und reduziert gleichzeitig CO2-Emissionen.

 

Über die Studie

Ziel der von IREES und Fraunhofer ISI durchgeführten Studie war es, Einsparpotentiale durch effiziente Beleuchtungsmaßnahmen und deren Umsetzung in Unternehmen zu analysieren und Hemmnisse zu identifizieren. Dazu wurden Energieaudit-Daten und Daten aus dem Monitoring umgesetzter Beleuchtungsmaßnahmen in Unternehmen analysiert. Das IREES und Fraunhofer ISI haben in verschiedenen Initiierungs- und Forschungsvorhaben zu Energieeffizienz-Netzwerken im Zeitraum 2009 bis Ende 2018 Netzwerkträger und Unternehmen bei der Energieeffizienz-Strategie und der Umsetzung von Maßnahmen begleitet. Die daraus jeweils gewonnenen Datengrundlagen aus den individuellen Energieaudit- und Monitoringberichten sind in der IREES Energieeffizienz-Datenbank zusammengeführt worden. Die Datenbank enthält über 9.000 auditierte und umgesetzte Maßnahmen mit Beschreibung, Investitionen sowie berechneten und realisierten Energie- und Energiekosteneinsparungen. Zusätzlich sind unternehmensspezifische Informationen vorhanden, wie zugehörige Branche oder die Beschäftigtengrößenklasse. Die Analyse wurde für diese Studie zunächst auf Energieeffizienz-Maßnahmen im Bereich der Beleuchtung beschränkt, da diese in den Unternehmen am häufigsten umgesetzt werden. Weitere Analysen zu anderen Querschnittstechnologien unter Verwendung der erhobenen Datengrundlage sind anvisiert.

 

Quelle: Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, September 2019