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Sommer 2018: Solarstrom verhindert Engpässe bei der Stromversorgung Photovoltaik liefert Rekorderträge

Die extrem hohen Temperaturen im vergangenen Sommer führten dazu, dass zahlreiche Kohle- und Atomkraftwerke in Europa zeitweise heruntergefahren werden mussten oder nur noch einen Teil ihrer normalen Leistung erbringen konnten*. Die dadurch entstandenen Lieferengpässe bei fossilem Strom konnten jedoch durch Strom aus Erneuerbaren Energien, insbesondere durch Solarstrom, kompensiert werden. 

Ohne Strom aus Sonnenenergie wäre es zu Versorgungsengpässen gekommen

Da die Wassertemperatur in diesem Sommer in vielen Gewässern über 28 °C  stieg, mussten in Frankreich und Deutschland mehrere Kohle- und Kernkraftwerke zwischenzeitlich abgeschaltet oder gedrosselt werden. In Deutschland waren davon unter anderem die Atomkraftwerke in Grohnde und Brokdorf und das Kohlekraftwerk von EnBW in Karlsruhe betroffen. Zu Lieferengpässen kam es jedoch nicht, weil das Defizit vor allem durch Strom aus Photovoltaik-Anlagen ausgeglichen werden konnte. 

"Ohne Solarenergie hätte es im Juli große Herausforderungen bei der Stromversorgung gegeben“, so Bruno Burger, Leiter des Energy Charts am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg.

Auch in den Jahren 2003, 2006 und 2015 mussten Atom- und Kohlekraftwerke schon wegen zu hoher Wassertemperaturen heruntergefahren werden.

Solaranlagen lieferten Rekorderträge, die Sonne wurde zur wichtigsten Energiequelle

Der heiße und trockene Sommer 2018 hat zahlreiche Rekorde bei der Produktion von Solarstrom gebrochen. So haben laut dem Deutschen Wetterdienst im Juli dieses Jahres die deutschen Solaranlagen 6.700 Gigawattstunden Strom erzeugt – im bisherigen Rekordmonat Mai 2018 waren es 6.450 Gigawattstunden. Recherchen des Solarmagazins pv magazine zufolge lag der Anteil der Solarenergie an der öffentlichen Stromerzeugung im Juli bei 15,1 %. Der ertragreichste Tag der letzten Monate war der 6. Mai: Um 13 Uhr wurden 50 % des gesamten deutschen Stroms aus Sonnenenergie gewonnen, über den ganzen Tag verteilt waren es 22,2 %.

Auch aus anderen Ländern wurden Rekorde vermeldet: In Großbritannien war Photovoltaik in der Woche vom 21. bis 28. Juni 2018 mit 533 Gigawattstunden die wichtigste Energiequelle. In Dänemark steuerten Photovoltaik-Anlagen im Mai 33 % und damit so viel wie nie zuvor zum Strommix bei.

 

Hintergrund: Bei einer Erhöhung der Wassertemperatur in Flüssen und Seen auf über 28 °C dürfen Kraftwerksbetreiber von Kohle- und Atomkraftwerken aus diesen Gewässern kein Kühlwasser mehr für ihre Anlagen entnehmen. Denn nach dem Kühlprozess wäre das Wasser bei der Einleitung so warm, dass es die Gewässer über einen kritischen Punkt hinaus aufheizen und so zu einem Fischsterben führen würde. 

Quelle: ECOreporter - Magazin für nachhaltige Geldanlagen