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Klimawandel: „Alarmstufe Rot“ Verstärkter Einsatz sauberer Technologien ist sofort erforderlich

Laut dem neusten, am 09.08.2021 veröffentlichten Bericht des Weltklimarates IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) zum Stand des weltweiten Klimawandels, beobachten Wissenschaftler weltweit in allen Regionen und im gesamten Klimasystem Veränderungen des Erdklimas. Viele dieser Veränderungen sind nach Erkenntnissen der Wissenschaftler beispiellos für Tausende, wenn nicht sogar Hunderttausende von Jahren. Und viele Veränderungen aufgrund vergangener und künftiger Treibhausgasemissionen sind über Jahrhunderte bis Jahrtausende unumkehrbar, insbesondere Veränderungen des Ozeans, von Eisschilden und des globalen Meeresspiegels. Eine Begrenzung der Erwärmung auf knapp 1,5 Grad oder sogar 2 Grad wird demnach unerreichbar, wenn die Treibhausgasemissionen nicht sofort, rasch und in großem Umfang verringert werden. Der Bericht zeigt aber auch, dass menschliches Handeln immer noch das Potenzial hat, den künftigen Verlauf des Klimas zu bestimmen.

Der jetzt vorgelegte Berichtsteil der Arbeitsgruppe I ist der erste Teil des Sechsten Sachstandsberichts (AR6) des Weltklimarates IPCC und informiert über die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels. Klarer als je zuvor zeigt der Bericht, wie sich der weltweite Treibhausgasausstoß auf den Anstieg der globalen Temperatur auswirkt. Nach den Analysen des IPCC sind die vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen in den ersten beiden Jahrzehnten des 21 Jahrhunderts gegenüber 1850-1900 (vorindustrielle Zeit) für bis zu etwa 1,1 Grad Erwärmung verantwortlich. Darüber hinaus stellen die Wissenschaftler in ihrem Bericht fest, dass die globale Erwärmung im Durchschnitt der nächsten 20 Jahre voraussichtlich 1,5 Grad erreichen oder überschreiten wird. Diese Einschätzung beruht auf verbesserten Beobachtungsdaten zur Bewertung der historischen Erwärmung sowie auf Fortschritten im wissenschaftlichen Verständnis der Reaktion des Klimasystems auf vom Menschen verursachte Treibhausgasemissionen.

„Die Botschaft ist mehr als eindeutig: Die Anstrengungen zur Bekämpfung des menschengemachten Klimawandels müssen massiv verstärkt werden. Ein hartes Umlenken beim Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase und der verstärkte Einsatz sauberer Technologien ist erforderlich, um das Klima wieder ins Lot zu bringen. Die Erneuerbaren Energien stehen in großer Technologiebreite für alle Bedarfe zuverlässig und bezahlbar bereit. Wir wollen unseren Beitrag für den Klimaschutz leisten. Dafür müssen die Hürden abgebaut und ein Programm zum beschleunigten Ausbau in den ersten 100 Tagen der neuen Bundesregierung aufgelegt werden. Deutschland kann damit an die einstigen Erfolge als Energiewende-Vorreiter anknüpfen.“, so Dr. Simone Peter, Präsidentin Bundesverband Erneuerbare Energie.

Der Ausbau erneuerbarer Technologien leiste den entscheidenden Beitrag zur Eindämmung der Folgen des Klimawandels. Zugleich sei er Treiber regionaler Wertschöpfung.

„Allein im Jahr 2020 hat die Nutzung Erneuerbarer Energien den Ausstoß von rund 227 Millionen Tonnen Treibhausgasen vermieden, insgesamt wurden rund 300.000 Arbeitsplätze geschaffen. Mit schnelleren Genehmigungsverfahren, einem neuen Strommarkt, der Flexibilität ins Zentrum stellt, und dem Abbau von Hürden im EEG könnten diese Erfolge deutlich ausgeweitet werden", erklärt Peter weiter. 

Laut Bericht geht der IPCC davon aus, dass die Klimaveränderungen in den kommenden Jahrzehnten in allen Regionen zunehmen werden. Dabei wird es bei einer globalen Erwärmung von 1,5 Grad immer häufiger zu Hitzewellen, längeren warmen und kürzeren kalten Jahreszeiten kommen. Bei 2 Grad globaler Erwärmung würden Hitzeextreme häufiger kritische Toleranzschwellen für Landwirtschaft und Gesundheit erreichen, so die Wissenschaftler.

Der Klimawandel bringt in verschiedenen Regionen über die Temperatureffekte hinaus eine Vielzahl an Veränderungen mit sich, die sich mit der weiteren Erwärmung noch verstärken werden. So intensiviert der Klimawandel z.B. den Wasserkreislauf. Dies führt zu intensiveren Niederschlägen und damit verbundenen Überschwemmungen, aber auch zu stärkerer Trockenheit in vielen Regionen. Außerdem sind Veränderungen im Niederschlagsmuster zu erwarten. In hohen Breitengraden werden die Niederschläge wahrscheinlich zunehmen, während sie in großen Teilen der Subtropen abnehmen werden.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat die Politik angesichts der Warnungen des IPCC dazu aufgefordert, rasch zu handeln. „Wenn wir jetzt unsere Kräfte bündeln, können wir die Klimakatastrophe abwenden. Aber wie der heutige Bericht deutlich macht, gibt es keine Zeit für Verzögerungen und keinen Platz für Ausreden“, so Guterres.

 Quelle: Sechster IPCC-Sachstandsbericht (AR6) - Hauptaussagen, IWR Online, BEE Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.