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Europa produziert so viel Solarstrom wie noch nie Rekordsommer 2022 mit überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden

Der aktuelle Jahresbericht des EU-Klimawandeldienstes Copernicus zeigt, dass der Sommer 2022 in Europa der heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 war. Die intensive Serie von Hitzewellen hat zusammen mit der ungewöhnlichen Trockenheit zu einem extremen Sommer mit Rekorden hinsichtlich Temperaturen, Dürre und Waldbränden geführt.

Mit fast 820 Stunden wurde in Deutschland außerdem ein neuer Rekord bei der Sonnenscheindauer erreicht. Das Soll von 614 Stunden (Periode 1961 bis 1990) wurde um knapp 34 Prozent überschritten. Am Oberrhein schien die Sonne sogar fast 1000 Stunden.

Uwe Kirsche, Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes stellt fest: „Die Extreme dieses Sommers zeigen sich auch in unserer Klimastatistik. Der Sommer 2022 war in Deutschland der sonnigste seit Aufzeichnungsbeginn. Wir dürften damit in Zeiten des Klimawandels einen bald typischen Sommer erlebt haben.“

Solarstromproduktion erreicht Rekordwerte

Nutznießer dieser Extremwetterlage ist die Solarenergiebranche. Laut einer Analyse der Denkfabrik Ember Climate gab es zwischen Mai und August im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Steigerung der Solarstromproduktion um fast 30 Prozent von 22 Terawattstunden auf einen Gesamtwert von 99,4 Terawattstunden. Damit kamen 12,3 Prozent des in der EU produzierten Stroms aus Solarkraftwerken (zum Vergleich 2021: 9,4 Prozent). In diesem Sommer haben 18 Staaten in der EU so viel Sonnenenergie produziert wie noch nie zuvor. Allen voran waren die Niederlande mit einem Anteil von 22,7 Prozent. Danach folgten Deutschland mit 19,3 Prozent und Spanien mit 16,7 Prozent.

Ausbau der Photovoltaik in der EU bis 1.000 Gigawatt möglich

Die Rekordwerte bei der Solarstromproduktion sind neben der hohen Sonnenscheindauer auch auf den stetigen Ausbau der Solarkapazitäten zurückzuführen. In den vergangenen Jahren wurden jährlich etwa 15 Prozent im Solarstrombereich dazugebaut. Am meisten Fortschritte beim Ausbau machte dabei Polen: Das Land verfügt inzwischen über das 26-fache der Solarfläche im Vergleich zum Jahr 2018. Polen hat in diesem Jahr bisher etwa 8,1 Prozent seines Stroms mithilfe von Solaranlagen produziert.

Laut des Branchenverbandes SolarPower Europe sollen 2022 weitere 40 Gigawatt Leistung an Photovoltaikanlagen in der EU hinzukommen Die EU-Kommission will bis 2025 die installierte Kapazität im Vergleich zu 2020 verdoppeln, auf dann 320 Gigawatt. Bis 2030 sollen es dann 600 Gigawatt sein. Die Solarbranche geht davon aus, dass bis dahin sogar 1.000 Gigawatt Leistung in der EU installiert werden könnten.

Agri-Photovoltaik hilft bei Anpassung an den Klimawandel

Eine wichtige Funktion beim Ausbau der Photovoltaik werden zukünftig integrierte Photovoltaikanwendungen spielen, darunter besonders die Agri-Photovoltaik. Agri-Photovoltaikanlagen ermöglichen eine Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen und können durch die Verschattung ein Austrocknen des Bodens verhindern. Denn bereits jetzt ist die Trockenheit der größte, produktionsbegrenzende Faktor. Neben der Verringerung der Verdunstung und den niedrigeren Luft- und Bodentemperaturen unter den Modulen spielt aber auch die Regenwassergewinnung mit den Modulen eine Rolle, die gerade im Hinblick auf die sich häufenden Trockenperioden für Landwirte interessant ist. Agri-Photovoltaikanlagen können so die Folgen des Klimawandels abfedern. 

Der Rekordsommer 2022 ist ein deutlicher Indikator für die Bedeutung der Solarenergie im europäischen Strommix. Experten sind sich einig, dass jährliche neue Rekorde bei der Solarenergie in der EU daher das neue Normal werden.

Quellen: Spiegel, Ember, DWD, Zeit

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